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Meerwesen

Meerwesen sind Wesen, die überwiegend unter Wasser leben. Weibliche Meerwesen werden im allgemeinen Sprachgebrauch häufig als Meerjungfrauen bezeichnet, während für männliche Vertreter keine eigene Bezeichnung existiert.

Meerwesen besitzen ausnahmslos blaue Haare und blaue Augen. Unter Wasser haben sie anstelle von Beinen eine lange, kräftige Schwanzflosse, die von einem farbenprächtigen Schuppenkleid bedeckt ist.

Ihre Lebenserwartung ähnelt der anderer langlebiger übernatürlicher Spezies. Ihre Wesensmerkmale werden vererbt.

Sippen und Lebensweise

Aufgrund ihrer sehr kleinen Gesamtpopulation leben Meerwesen meist in kleinen Sippen zusammen. Dabei handelt es sich überwiegend um biologische Familien. Nachnamen haben sich innerhalb ihrer Gesellschaft nicht entwickelt, da ihre Gemeinschaften zu klein sind, als dass diese zur Unterscheidung notwendig wären.

Ihre Behausungen befinden sich unter Wasser und bestehen häufig aus natürlichen Höhlen. Die geringe Zahl der Meerwesen ist vor allem auf ihre ohnehin kleine Population zurückzuführen. Zwar werden sie gelegentlich von anderen übernatürlichen Wesen gejagt, doch ist es außerordentlich schwierig, ein Meerwesen tatsächlich zu fangen.

Ernährung

Meerwesen können gewöhnliche Nahrung zu sich nehmen, benötigen daneben jedoch eine zweite, für ihr Überleben notwendige Nahrungsquelle: die Sehnsucht anderer Lebewesen.

Diese können sie jedem Lebewesen entziehen, das zu entsprechend komplexen Gefühlen fähig ist. Die Spezies des Opfers spielt dabei keine Rolle. Einfache Tiere kommen dagegen nicht als Nahrungsquelle infrage.

Im Gegensatz zum Blutbedarf eines Vampirs müssen Meerwesen nur vergleichsweise selten Sehnsucht zu sich nehmen. Selbst bei regelmäßiger Ernährung ist dies höchstens ungefähr einmal im Monat notwendig. Bleibt diese Nahrung langfristig aus, wird das Meerwesen zunehmend schwächer und stirbt schließlich.

Um Sehnsucht zu fressen, benötigt das Meerwesen direkten körperlichen Kontakt mit seinem Opfer. Häufig lockt es dieses zunächst mithilfe seines Sirenengesangs in die Nähe des Wassers und zieht es anschließend hinein. Dort besitzt das Meerwesen einen erheblichen körperlichen Vorteil.

Beim eigentlichen Fressen wird die Seele des Opfers gewaltsam geöffnet und die darin vorhandene Sehnsucht herausgerissen. Dieser Vorgang führt nicht zwangsläufig zum Tod, ist jedoch derart schwerwiegend, dass ein Überleben nur selten möglich ist.

Sirenengesang

Der Sirenengesang dient Meerwesen unter anderem dazu, vorhandene Sehnsüchte ihrer potenziellen Opfer hervorzulocken und zu verstärken. Er kann jedoch keine Gefühle erzeugen, die zuvor nicht bereits vorhanden waren.

Meerwesen besitzen eine unterschwellige Form des Sirenengesangs, die sie bewusst aktivieren können. Sie wirkt über eine vergleichsweise große Entfernung und verstärkt vorhandene Gefühle, ohne dass die betroffene Person den fremden Einfluss gewöhnlich bemerkt. Eine bereits vorhandene Sehnsucht nach der Ferne kann sich dadurch beispielsweise plötzlich wesentlich stärker anfühlen und den Betroffenen scheinbar aus eigenem Antrieb in Richtung Meer ziehen.

Daneben existiert der tatsächlich gesungene Sirenengesang. Dieser besitzt eine geringere Reichweite, wirkt jedoch wesentlich stärker und setzt voraus, dass das Ziel den Gesang hören kann. Mit ausreichender Erfahrung kann ein Meerwesen gezielt bestimmen, welche bereits vorhandene Emotion verstärkt werden soll. Die Fähigkeit beschränkt sich dabei nicht auf Sehnsucht, sondern kann grundsätzlich auf sämtliche bereits vorhandenen Emotionen einwirken.

Erfahrene Meerwesen können darüber hinaus die Gefühle anderer Personen wahrnehmen. Dabei handelt es sich nicht um das Lesen von Gedanken oder Erinnerungen. Sie erkennen ausschließlich die vorhandenen Emotionen.

An Land

Sobald ein Meerwesen das Wasser verlässt, verwandelt sich seine Schwanzflosse automatisch in menschliche Beine. Gleichzeitig wird das Schuppenkleid der Flosse zu Kleidung. Abhängig vom unbewussten Wunsch des Meerwesens entsteht daraus ein Kleid beziehungsweise Rock oder eine Hose.

Kehrt das Meerwesen ins Wasser zurück, läuft dieser Vorgang in umgekehrter Richtung ab. Die Beine werden wieder zur Flosse und die entstandene Kleidung verwandelt sich zurück in deren farbenprächtiges Schuppenkleid.

An Land sind Meerwesen stark von Austrocknung bedroht. Sonnenlicht beschleunigt diesen Prozess erheblich, sodass ein Meerwesen unter direkter Sonneneinstrahlung bereits innerhalb weniger Minuten gefährlich geschwächt werden kann. Bei Nacht und hoher Luftfeuchtigkeit kann es dagegen mehrere Stunden an Land verbringen.

Mit fortschreitender Austrocknung verliert das Meerwesen zunehmend an Kraft und wird schließlich bewusstlos. Gewöhnliches Trinken reicht nicht aus, um eine schwere Austrocknung auszugleichen. In diesem Zustand muss der Körper möglichst schnell vollständig mit ausreichend Wasser in Kontakt gebracht werden, beispielsweise durch das Eintauchen in eine gefüllte Badewanne.

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