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Der Marigold-Hexenzirkel

Der Marigold-Hexenzirkel ist ein mehrere hundert Jahre alter Hexenzirkel, dessen Mitglieder nach außen wie eine einzige große Familie auftreten. Tatsächlich geht der Zirkel jedoch auf drei voneinander unabhängige Gründerfamilien zurück. Bei seiner Gründung einigten sich deren Mitglieder darauf, gemeinsam den Nachnamen Marigold anzunehmen. Seitdem wird dieser Name innerhalb des Zirkels über Generationen hinweg weitergegeben.

Auch bei Hochzeiten wird üblicherweise der Name Marigold angenommen, sodass der gemeinsame Familienname erhalten bleibt. Ausnahmen sind möglich, entsprechen jedoch nicht der üblichen Tradition des Zirkels.

Über die Jahrhunderte ist aus dieser gemeinsamen Identität weit mehr als eine bloße Außendarstellung geworden. Die Mitglieder betrachten und bezeichnen sich auch untereinander als Angehörige einer großen Familie. Begriffe wie Cousine, Tante oder andere Verwandtschaftsbezeichnungen werden daher ebenfalls zwischen Mitgliedern verwendet, die biologisch nicht miteinander verwandt sind.

Das Tribunal

Angeführt wird der Marigold-Hexenzirkel von einem Tribunal aus drei gleichgestellten Anführerinnen. Jede von ihnen entstammt einer der drei ursprünglichen Gründerfamilien, sodass alle drei Abstammungslinien dauerhaft an der Führung des Zirkels beteiligt sind.

Die jeweilige Position wird innerhalb einer Linie von der Mutter an ihre älteste Tochter weitergegeben. Nur wenn diese als Nachfolgerin nicht infrage kommt, etwa durch ihren Tod oder ihren Ausschluss aus dem Zirkel, kann eine jüngere Tochter an ihre Stelle treten.

Keine der drei Anführerinnen kann allein über den Zirkel bestimmen. Für eine Entscheidung des Tribunals ist stets die Zustimmung von mindestens zwei der drei Anführerinnen erforderlich. Damit besitzt jede Gründerfamilie grundsätzlich das gleiche Gewicht, während gleichzeitig verhindert wird, dass eine einzelne Linie die alleinige Kontrolle über den Zirkel übernimmt.

Tradition und Ordnung

Der Marigold-Hexenzirkel gehört zu den strengsten bekannten Vertretern traditioneller Hexenkultur. Regeln und Vorstellungen, die innerhalb der Hexengesellschaft über Generationen weitergegeben wurden, werden von den Marigolds besonders konsequent bewahrt und durchgesetzt.

Dies betrifft nicht nur einzelne Bereiche wie den Umgang mit der charakteristischen roten Haarfarbe, sondern nahezu alle Traditionen, die das Selbstverständnis und die gesellschaftliche Ordnung der Hexen betreffen. Dazu gehört insbesondere auch die traditionelle Unterordnung männlicher Hexen unter die weiblichen Mitglieder des Zirkels.

Der Marigold-Hexenzirkel gilt damit als eine Gemeinschaft, in der die überlieferten Vorstellungen der Hexengesellschaft besonders stark das alltägliche Leben, die familiären Strukturen und die Stellung des einzelnen Mitglieds bestimmen.

Verbannungspolitik

Zeitweise verfolgte der Marigold-Hexenzirkel eine besonders strenge Verbannungspolitik. Mitglieder, die gegen die Regeln und traditionellen Vorstellungen des Zirkels verstießen, wurden vergleichsweise häufig aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Dadurch wurde Verbannung zu einem wichtigen Mittel, mit dem die bestehende Ordnung innerhalb des Zirkels durchgesetzt und bewahrt wurde.

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